Hoher Kontrast Grafische Version

News

Menschen mit Behinderung, 29.08.2012 09:18
Frühförderung hilft behinderten Kindern optimal ins Leben zu starten

Der Dachverband für Soziales und Gesundheit begrüßt die neuen Leitlinien für die Frühförderung von Kindern mit Behinderung. Hier werden nun jene Gelder sinnvoll verwendet, die frei wurden durch die Angleichung der Zivilinvalidenrenten für minderjährige Teilinvalide.


Dass Kinder optimal ins Leben starten können ist Eltern wichtig. Das gilt auch und ganz besonders für Eltern von Kindern mit Behinderung, sind sie doch meist von heute auf morgen mit völlig anderen Lebensumständen konfrontiert.

„Als Mutter oder Vater eines behinderten Kindes steht man anfangs recht hilflos vor einem unüberwindlich scheinenden Berg von Problemen. Deshalb ist die Arbeit der Frühförderung so wichtig“, sagt Dachverband-Präsident Stefan Hofer, „deshalb sind wir froh, dass die Landesregierung nun endlich die Leitlinien für die neue Frühförderung beschlossen hat.“
„In keiner anderen Lebensphase ist rehabilitativer Einsatz so erfolgreich und die familiäre Unterstützung so groß“, erklärt Hofer: „Unterlassene Hilfen im frühen Lebensalter beeinträchtigen ein Leben lang, lähmen Familien und fördern Behinderungen“, ist Hofer überzeugt.

Schon anlässlich des EU-Jahres der Menschen mit Behinderung im Jahr 2003 hatten die Behindertenverbände und der Dachverband für Soziales und Gesundheit die Einrichtung eines Dienstes zur Frühförderung gefordert, damit die Familien mit einem behinderten Kind vor allem im Vorschulalter eine spezialisierte Begleitung und Unterstützung zuhause in Anspruch nehmen können.

Behinderungen sind nicht heilbar und isolierte Therapien richten wenig aus. Genauso wichtig ist es, die Eltern zu unterstützen und einzubeziehen. Denn die Pflege eines behinderten Kindes stellt für die ganze Familie eine enorme Belastung dar.

„Unser Anliegen war, dass Eltern von Anfang an betreut und begleitet werden“, sagt Hofer. Nach dem Beschluss der Landesregierung kann damit ab Jänner 2013 begonnen werden.

„Wir sind froh, dass die Finanzierung dieses wichtigen Dienstes nun gesichert ist, allerdings haben wir auch lange darauf warten müssen“, erinnert Hofer. Immerhin hat es neun Jahre gedauert, bis die Leitlinien ausgearbeitet und genehmigt worden sind. Am Konzept und an den Vorbereitungen haben der Dachverband für Soziales und Gesundheit und verschiedene Behindertenorganisationen maßgeblich mitgearbeitet.

In der Anfangsphase wird der Dienst in Bozen und Meran angeboten. Eine spätere Ausweitung auf Brixen und Bruneck ist im Herbst 2013 bereits vorgesehen. „Wir hoffen, dass es hier zu keinen Verzögerungen kommt“, sagt Hofer.

Zur Finanzierung des Dienstes werden jene Gelder verwendet, die frei wurden durch die Angleichung der Zivilinvalidenrenten für minderjährige Teilinvalide. Daraus wird nun eine wichtige und wertvolle Dienstleistung, auch und gerade für Familien mit neugeborenen Kindern mit Down-Syndrom in den ersten Lebensjahren.