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Panorama, 27.09.2012 11:00
Neuer Ausweis fĂĽr Zivilinvaliden

Er ist aus Plastik, handlich und enthält – auf ausdrücklichen Wunsch der Betroffenen - nur wenige, aber prägnante Informationen: Der neue Ausweis für Zivilinvaliden wird in Kürze von der Landesabteilung Familie und Sozialwesen und dem Südtiroler Sanitätsbetrieb an die Antragsteller zugeschickt. Auf einer Pressekonferenz in Bozen stellten Soziallandesrat Richard Theiner, Evelin Reinstaller vom Südtiroler Sanitätsbetrieb und Stefan Hofer, Präsident des Dachverbandes für Gesundheit und Soziales, den neuen Ausweis vor.


Im März hat die Landesregierung beschlossen, einen eigenen Ausweis für Zivilinvaliden, deren Grad der Behinderung mindestens 46 Prozent beträgt, einzuführen. Der neue Ausweis – eine Plastikkarte im handlichen Kreditkartenformat – wird voraussichtlich ab Ende Oktober und innerhalb Jahresende jenen Zivilinvaliden, die darum angesucht haben, kostenlos zugeschickt. Er enthält neben dem Namen, dem Geburtsdatum und der Steuernummer nur den Grad der Invalidität und die zeitliche Gültigkeit.

„Der wichtigste Vorteil des neuen Ausweises ist, dass die Diagnose der Ärztekommission nicht mehr aufscheint“, erklärt Landesrat Richard Theiner. „Damit schützt der Ausweis die Privacy der Inhaber: Sie können den Ausweis vorzeigen, um Vergünstigungen in Anspruch zu nehmen, ohne dass jeder über ihre Pathologie Bescheid weiß.“

Der neue Ausweis ersetzt nicht die Ausweise der verschiedenen Behindertenorganisationen und gilt weder als Beförderungsschein für die kostenlose Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel noch als Parkschein für Zivilinvaliden. Die Parkbescheinigung wird weiterhin von den jeweiligen Gemeinden ausgestellt. Künftig wird diese von einem EU-Parkschein ersetzt werden.

„Das Interesse für den neuen Ausweis ist größer als erwartet“, freut sich Evelin Reinstaller vom Südtiroler Sanitätsbetrieb. „Rund die Hälfte aller 35.000 angeschriebenen Zivilinvaliden haben uns bereits mitgeteilt, dass sie den neuen Ausweis zugeschickt bekommen wollen.“ Alle Neuansuchenden, die bisher nicht als Zivilinvaliden anerkannt wurden, werden künftig den Ausweis zugleich mit dem Befund der Ärztekommission erhalten.

„Der neue Ausweis für Zivilinvaliden verteilt keine Almosen, sondern die Vergünstigungen oder speziellen Erleichterungen, die damit verbunden sein werden, gleichen nur die Nachteile aus, die Menschen mit Behinderungen haben“, unterstreicht Stefan Hofer, Präsident des Dachverbandes für Gesundheit und Soziales.

Der Dachverband sammelt alle Infos, wo es Begünstigungen gibt. „Hinweise können online auf Website www.dsg.bz.it eingetragen werden und Menschen mit Behinderung können dort nachschauen“, informiert Hofer. Mit dem Gemeindenverband wird derzeit eine Erhebung durchgeführt. Der Dachverband wird mit seinen Mitgliedsorganisationen Vorschläge ausarbeiten, welche Begünstigungen und Erleichterungen in verschiedenen Einrichtungen und Diensten des Landes künftig beim Vorweisen der Karte gewährt werden sollten.

Abgesehen von den Postspesen betragen die Kosten für das Projekt rund 30.000 Euro.