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Panorama, 28.09.2012 11:26
Ida Lanbacher ist neue Präsidentin des Europäischen Alleinerziehenden-Netzwerks ENoS

ENoS ist ein Zusammenschluss von Alleinerziehenden-Vertretungen aus sieben europäischen Ländern (Spanien, Italien, Österreich, Schweiz, Deutschland, Frankreich und Schweden). In Wien wurde in den letzten Tagen das jährliche Treffen aller Organisationen abgehalten. Dabei ist die Verbesserung der finanziellen Situation von Kindern diskutiert worden. Zentrale Themen waren die Kindergrundsicherung und die EU-Entschließung zur Verbesserung der Situation von Ein-Eltern-Familien.


Die Südtiroler Plattform für Alleinerziehende hat beim „European Network of Single Parents“ (ENoS) die Präsidentschaft für die nächsten zwei Jahre übernommen. Ida Lanbacher wurde am 20. September 2012 in Wien zur Präsidentin gewählt. Als Vize-Präsidentinnen stehen ihr Edith Schwab vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Deutschland (VAMV) und Monique Gerber vom Schweiz. Verband (SVAMV) zur Seite.

Auf Einladung der Österreichischen Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) diskutierten bei der Europäischen Fachtagung „Kindergrundsicherung“ am 21. September in Wien ENoS-Vertreter/innen mit europäischen Abgeordneten und der Fachwelt über die Situation von Alleinerziehenden und das hohe Armutsrisiko ihrer Kinder, sowie eine Kindergrundsicherung als Gegenmittel.

Die Geschäftsführerin des deutschen Verbandes, Miriam Hoheisel, stellte das vom VAMV entwickelte Modell einer einkommensunabhängigen Kindergrundsicherung vor: „Die Kindergrundsicherung ist das wirksamste Instrument, Kinderarmut zu bekämpfen, allen Kindern die gleichen Chancen auf eine guten Start ins Leben zu geben und den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen“, so Hoheisel. In Deutschland ist das Armutsrisiko der Kinder von Alleinerziehenden mit 37,5 Prozent dreimal so hoch wie das von Kindern, die in Paarfamilien aufwachsen.
Der VAMV fordert eine einkommensunabhängige Kindergrundsicherung in Höhe von 500 Euro einzuführen.
Auch die ÖPA fordert eine bedingungslose Kindergrundsicherung für alle Kinder in Österreich, solange die Eltern unterhaltspflichtig sind. Die Höhe muss sich nach den tatsächlichen Kinderkosten richten. „Bei der dringend notwendigen Neuberechnung der Kinderkosten darf nicht nur vom Existenzminimum ausgegangen werden. Kindern müssen gleiche Teilhabechancen – vor allem im Bildungsbereich – zugestanden werden“, so Elisabeth Wöran, Geschäftsführerin der ÖPA. Die Kindergrundsicherung würde alle Familienleistungen zusammenfassen und gleichberechtigt als Geldleistung neben den Sachleistungen für Kinder stehen.

Die Südtiroler Plattform für Alleinerziehende schließt sich diesen Forderungen an.